Bayerische reformierte Synode baut weitere Sicherungen ein

Sondersynode am 7. März wählt vergrößertes Moderamen neu

Das Moderamen der Evangelisch-reformierten Kirche in Bayern (von links nach rechts): Präses Simon Froben, Stellvertretende Frau Präses Heike Blikslager, Georg Rieger, Dr. Bodo Braun und Christian Hetzke

Erstmals wird die Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern nun von fünf Personen vertreten. Das zweite große Thema der Synode war die Regelung der Rechnungsprüfung. Die Veränderungen finden vor dem Hintergrund des Finanzskandals statt, durch den die Reformierte Kirche über acht Millionen Vermögen verloren hat.

Die Erweiterung des bisher dreiköpfigen Gremiums war bereits bei der letzten Tagung in München beschlossen worden. Die Genehmigung durch die Evangelisch-reformierte Landeskirche war nur eine Formsache, da die Zusammensetzung des Moderamens nun den anderen Synodalverbänden angeglichen ist. Zur baldigen Umsetzung des Beschlusses traten die drei Moderamensmitglieder nun in Nürnberg formell von ihren Ämtern zurück und machten so den Weg für Neuwahlen nach der neuen Regelung frei.

Gewählt wurden die bisherigen Amtsinhaber Präses Simon Froben und als seine Stellvertreterin Heike Blikslager.  Als Beisitzer wurden Christian Hetzke aus Chemnitz, Dr. Bodo Braun aus München und Georg Rieger aus Nürnberg neu ins Moderamen gewählt. Der Rechnungsführer Wilfried Kalkühler gehört künftig nicht mehr dem Moderamen an, er wurde aber ohne Gegenstimme in seinem Amt als Verantwortlicher für die Finanzen bestätigt.

Regelung der Rechnungsprüfung angeglichen

Die Synode hatte sich auch mit der Neuregelung der Rechnungsprüfung im Synodalverband und in den Gemeinden zu befassen. In der Vergangenheit war die Verantwortung für die Finanzen und auch die Kontrolle der Gemeinden auf den Rechner im Moderamen konzentriert. Ziel der neuen Regelung war es, mehrere Stufen der Kontrolle einzubauen und die Prüfungen verbindlich zu machen. Bereits in der Geschäftsordnung der Synode wurde deshalb ein Ausschuss festgeschrieben, der sich um die Prüfung der Jahresrechnungen kümmern soll.

In diesen Rechnungsprüfungsausschuss der bayerischen Kirche wurden Klaus Eisenstein, Hans Redenbacher und Else Meindl berufen. Sie sind alle drei nicht Mitglieder der Synode, aber durch ihre Berufstätigkeit mit der Abrechnung und Kontrolle großer Einrichtungen vertraut. Sie werden die Jahresrechnung der Evangelisch-reformierten Kirche in Bayern prüfen und daran die Rechnungsprüfungsstelle in Leer beteiligen.

Entsprechend werden die Gemeinden künftig angehalten – sofern sie dies nicht schon hatten – einen Rechnungsprüfungsausschuss mit drei fachkundigen Personen aus der Gemeinde zu besetzen. Auch die Gemeinden werden dann zusätzlich vom Landeskirchenamt in Leer geprüft.

Entscheidung über Verteilungsschlüssel verschoben

Eine neue Zuteilungsordnung, nach der die Gemeinden ihren Anteil an den Kirchensteuern zugewiesen bekommen, wollte die Synode noch nicht beschließen. Insbesondere bei der Verteilung von Baumitteln konnte keine Einigung erreicht werden. Auf der nächsten Synodaltagung im Herbst soll erneut und abschließend darüber beraten werden.


Georg Rieger
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