Danial kann bleiben!

Danial M. wird auf Weisung des Innenministeriums eine Ermessensduldung ausgestellt.

Am 13.8. Abends konnte die Gemeinde Bayreuth mitteilen, dass Danial M. aus dem Kirchenasyl entlassen werden kann, da die Duldung und auch eine weitergehende Perspektive für ihn erfolgt. Hier der Wortlaut der Pressemitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir soeben die Nachricht erhalten haben, dass das Staatsministerium des Inneren die Zentrale Ausländerbehörde Oberfranken angewiesen hat, Danial M. eine Ermessensduldung gemäß § 60a Abs. 2 Satz 3 AufenthG zu erteilen. Die Ausländerbehörde hatte eben diese Ermessensduldung noch Anfang August ausdrücklich verweigert.
Danial kann damit das Kirchenasyl in unserer Kirchengemeinde wieder verlassen! Er kann – was sein größter Wunsch ist – zu seiner Familie zurückkehren. Er wird im September seine schulische Ausbildung fortsetzen und diese abschließen können. Er hat im Anschluss – bei entsprechender Beschäftigungsmöglichkeit – Aussicht auf die Erteilung einer weitergehenden Aufenthaltserlaubnis.
Wir danken allen, die Danial in den letzten Wochen mit ihrer Hilfe unterstützt haben: Vertreter/innen der Kirchen aller Konfessionen, Politiker/innen, Vertreter/innen der Medien, seinem Anwalt und nicht zuletzt den vielen Menschen, die sich durch ihren Zuspruch und Solidarität, durch finanzielle Hilfe und vieles mehr eingebracht haben! Danke!
Allein an der Online-Petition für Danial haben sich in den letzten Wochen über 55.000 Menschen beteiligt und damit für Danial, aber zugleich auch für andere von der Abschiebung bedrohte Menschen ein klares Zeichen gesetzt.
In manch bedrängender Stunde der letzten Wochen war diese breite Unterstützung durch die Öffentlichkeit, Kirchen und Medien ein wichtiger Rückhalt. Wir sind in allem dankbar für die guten Kontakte und Gespräche, die sich daraus ergeben haben.
Dieser Tag ist für uns, vor allem für Danial und seine Familie, ein Tag großer Freude!
Wir denken zugleich aber auch an die Afghanen, die in den letzten Monaten nach Kabul abgeschoben wurden und auch am morgigen Dienstag wieder abgeschoben werden sollen. Danial ist ein Einzelfall, der zugleich für viele gut integrierte Afghanen steht, die nicht als Straftäter, Gefährder oder sog. „Identitätsverweigerer“ aufgefallen sind.
Afghanistan ist auch weiterhin – wie die Medienberichte der letzten Tage einmal mehr zeigen – nicht sicher!
Mit freundlichen Grüßen
im Namen der Kirchengemeinde und des Unterstützerkreises
Simon Froben, Pfarrer

Herbert Sperber