Der Menschenrechte gedenken…

Der Menschenrechte wurde im November auf besondere Weise in der Erlanger Hugenottenkirche gedacht. Unter dem Motto „Mein Gott, wie hübsch ist der Krieg!“ wurde am 16. November zu Lesung und Fotoausstellung eingeladen.

Der Krieg ist wohl so alt wie die Menschheit und hat zu allen Zeiten nicht nur Militärs, sondern auch Dichter und Schriftsteller beschäftigt:
Dieser Abend im Rahmen der Ausstellung wurde untermalt mit einer  Auswahl literarischer Texte zum Thema Krieg in deutscher und französischer Sprache. Die dazu kontrastierende Fotoausstellung „Flucht und Vertreibung“ von Laurence Grangien wurde in der Kirche vom 9. bis zum 23. November ausgestellt. Die Fotojournalistin wurde in Frankreich geboren und ist dort aufgewachsen und lebt seit ihrem 19. Lebensjahr in Deutschland. Auf ausgedehnten Reisen in den Nahen Osten, nach Afrika und Indien fotografiert und lebt sie in Flüchtlingscamps und hält den Alltag verfolgter und vertriebener Menschen in eindrücklichen Bildern fest. Für die Fotoausstellung in der Ev.-ref. Hugenottenkirche hat sie Bilder ausgewählt, die einen Einblick ins alltägliche Leben aus verschiedenen Lagern in Krisenregionen der Welt - aus Syrien, dem Irak und Uganda geben.
(Bilder: von Laurence Grangrien)
 
...Zum Buß- und Bettag in den alljährlichen Kommentargottesdienst wurde heuer Peter Steudtner eingeladen unter dem Motto: „Menschenrechte und die Magie der Solidarität“. Der Menschenrechtsaktivist ist Fotograf, Dokumentarfilmer und Trainer im Bereich Gewaltfreiheit. Bei einem Workshop verschiedener türkischer Menschenrechtsorganisationen in der Türkei wurde er verhaftet und wegen Beihilfe zum Terror angeklagt. Nach mehr als 100 Tagen wird er überraschend entlassen und kann zurück zu seiner Familie. Von diesen Tagen im Gefängnis berichtete er. Innerhalb der Mauern und von außen habe er Menschlichkeit und unglaubliche Solidarität erfahren, und dass es in Gefangenschaft nicht darum gehe, an die nächsten zehn Jahre zu denken, sondern: Wie schaffe ich den nächsten Tag? Deshalb müsse man kleine Dinge wie ein Fest feiern.« 
Steudtner wies auf die Lage der Menschenrechtsbemühungen weltweit: 
„In vielen Ländern und Regionen werden die Aktionsspielräume für Menschenrechtsparteien immer kleiner“. 

Im Anschluß an den Gottesdienst wurde Steudtner mit dem Menschenrechtspreis der Ev.-ref. Kirchengemeinde Erlangen geehrt. Die Laudatio hielt Prof. Dr. H. Bielefeld vom Lehrstuhl für Menschenrechte der FAU Erlangen.-


Johannes Mann/hs