Der Reformator im Schatten Luthers

Wie Johannes Calvin das Christentum in Bayern veränderte

Eine Radiosendung von Uwe Birnstein Ă¼ber die Reformierten in Bayern und ihre Wurzeln bei Johannes Calvin. Der Sender Bayern2 bringt den Beitrag in seiner Reihe "radioThema"am 9. Juli um 20.30 Uhr.

Johannes Calvin gilt als Kirchenvater der reformierten Kirche. Anlässlich seines 500. Geburtstags ehren evangelische Kirchen weltweit den Genfer Reformator in Form eines „Calvin-Jahres“. Durch die Erinnerung an das große Lebenswerk Calvins möchten sie den Gelehrten aus dem Schatten vieler Vorurteile - und des großen Reformators Martin Luther hervorholen.

Auch in Bayern sind Folgen Calvins zu spüren: In zehn Kirchengemeinden leben rund 10 000 evangelische Christen in der Tradition von Calvins Lehre. Dass sich der Genfer Reformator sogar selbst einige Monate in Bayern aufhielt, ist wenig bekannt: 1541 nahm er  als Vertreter der evangelischen Kirche am Regensburger Religionsgespräch teil. Mehrere Briefe aus dieser Zeit geben Einblick in das Denken und das Seelenleben des als unzugänglich und streng geltenden Reformators.

Die Sendung stellt das Wirken und Werk Johannes Calvins und der reformierten Kirche in besonderem Bezug auf Bayern vor. Gemeindeglieder und Theologen geben einen lebendigen Einblick in das reformierte Christentum. Auch führt das Feature an historische Schauplätze: Im bayerischen Allgäu etwa befinden sich die beiden ältesten reformierten Kirchengemeinden Deutschlands. Nach einer Reise durch die Schweiz waren die Landesherren von Herbishofen und Grönenbach begeistert vom reformierten Glauben und führten ihn 1559 in ihrer Heimat ein. Bis heute leben die dortigen evangelischen Christen in dieser Tradition.

 


Georg Rieger