Ein Jahr in der Gemeinde

Was zwischen Sommer 2013 und 2014 in Marienheim geschah

Pfarrer Sperber gab in der Gemeindeversammlung im November einen Bericht über seine Eindrücke des ersten Jahres in der Gemeinde Marienheim wieder. Hier der vollständige Text.

 
Gemeindebericht Marienheim 2014:
im Juli 2013 begann der Dienst von Pfarrer Sperber - leider mit einer traurigen Aufgabe. Frau Hildegard Gottschall, langjährige gute Seele der Gemeinde, zusammen mit ihrem Mann Ernst für das Gemeindehaus und die Küsterei in der Kirche zuständig, verstarb völlig überraschend. Viele Menschen nahmen am Marienheimer Friedhof Abschied und zeigten ihren großen Dank für ihr herzliches, menschenzugewandtes Wirken in der Gemeinde und im Ort. 
 
Mit viel Herzlichkeit von ihr und ausnahmslos allen Marienheimer Gemeindegliedern wurde in den folgenden Wochen der „Neue“ willkommen geheißen, ob im Seniorenclub oder im Frauenkreis, ob bei der gemeinsamen Arbeit im Kindergottesdienstteam oder bei den Jugendlichen, die ab November zum offenen „Jugendstammtisch“ eingeladen wurden. Mit Jungs und Mädels aus Marienheim wurde seitdem mindestens einmal monatlich gespielt, Filme geschaut, ein Ausflug gemacht, die große Julifete für den Synodalverband geplant und ausgerichtet und der Jugendstammtischkeller eingerichtet und hergerichtet.
Ca. 10 bis 15 Jugendliche zwischen 12 und 17 sind dabei und beteiligen sich z.T. auch gern immer wieder einmal an Gottesdiensten mit Lesungen oder Anspielen, vor allem beim Gottesdienst „a wengerl anders“.
 
Der Kindergottesdienst findet inzwischen in der Regel einmal monatlich freitags von 17 bis 19.30 Uhr statt, inklusive gemeinsamen Abendessen und Filmabend. Aber auch an Anspielen für Familiengottesdienste beteiligten sich die Kinder rege: mit Anspielen zum Erntedankfest und zum Adventsfamiliengottesdienst und mit einem Kindermusikspiel kurz vor den Sommerferien.
 
Der Gottesdienst „a wengerl anders“, in der Regel am letzten Sonntag im Monat 18 Uhr in Marienheim ist sicherlich die größte Neuerung in der Gemeinde. Ein thematischer Gottesdienst über Gott und die Welt, gestaltet mit biblischen Gedanken und zeitgenössischen Liedern etwa von Reinhard Mey, Werner Schmidbauer oder Louis Armstrong, mit Anspielen und Beteiligung von Einzelpersonen oder Gruppen wie dem Posaunenchor findet sein „besonderes Publikum“. Gedacht besonders für die U60er kommen an diesen Sonntagabenden zwischen 40 und 100 Gemeindeglieder und andere Interessierte mit einem starken Anteil von 30 bis 50jährigen. Aber auch die „Alteingesessenen“ sind neugierig und lassen sich überraschen von Themen wie: „himmlisch gekleidet“, „Leben - mit Pauken und Trompeten“, „Wunder gibt es immer wieder“ oder „gute Jungs und böse Mädchen“.
 
Zum „Normalen“ kommen zwischen 25 und 50 Gemeindeglieder, manche wöchentlich, manche monatlich oder auch „nur“ ein paarmal im Jahr - und alle sind herzlich willkommen.  
Es ist für den „Neuen“ überhaupt ein sehr gutes Klima zwischen Kirche und Ort, bzw. in den umliegenden Orten Wohnenden spürbar. In „Altbayern“ ist für viele die Kirche noch selbstverständlich Teil ihres Lebens-Raumes. 
 
Selbstverständlich ist auch in Neuburg eine wunderbar unkomplizierte Zusammenarbeit mit den lutherischen Kollegen und eine sehr herzliche Ökumene mit den katholischen Kollegen und Kirchengemeinden. Gegenseitig werden die evangelischen Predigtdienste, Kasualvertretungen und Urlaubsabwesenheiten abgedeckt, Reformierte und Lutherische sehen sich hier gegenseitig als Bereicherung und freuen sich auch auf gemeinsam gestaltete Veranstaltungen wie den Himmelfahrtsgottesdienst auf dem Bauernhof oder - mit starker katholischer Beteiligung - einen Segnungsgottesdienst im Juni auf dem Parkplatz eines Einkaufsparks in Neuburg für Erstfahrer und andere auf den Strassen des Lebens unterwegs Seienden. Mehr als 300 Fahrzeughalter und ihre Gefährte fuhren nach dem Gottesdienst an den weihwasserschwenkenden und Kreuze verteilenden Geistlichen vorbei. Und auch der gemeinsam mit den Katholiken durchgeführte Schulabschlußgottesdienst Ende Juli bereitete viel Freude und bekam von den Schülern (!) viel positive Resonanz.
 
Besondere Ereignisse in diesem Jahr waren natürlich die Festgottesdienste zu den kirchlichen Feiertagen, der Erntedankgottesdienst unter anderem zum ersten Mal mit einer anschließen-den Erntedankbrotzeit, zu der im Jugendsaal reichlich gebracht und geteilt wurde und ca. 50 Gemeindeglieder beengt, aber gemütlich und mit guter Stimmung beisammensassen. Die Wiederholung ist geplant.
Auch die erste Konfirmation und die ersten Hochzeiten waren von der Vorliebe des neuen Amtsträgers zur modernen Musik geprägt und stießen bei den getreuen Kirchgängern auf viel Offenheit, bei vielen Kasualgästen für sehr viel positive Überraschung über die Lockerheit, Herzlichkeit und persönliche Zugewandtheit von Kirche.
 
Diese Zugewandtheit tragen nach den ersten Eindrücken viele Gemeindeglieder sehr in sich und leben sie sowohl in der Gemeinde, in den Kreisen, im Miteinander bei Feiern oder etwa dem alljährlichen Ausflug des Frauenkreises, bei dem auch die Herren und der Pfarrer herzlich willkommen sind. Ein schöner Tag, in diesem Jahr in Landshut, wurde von Frau Götz organisiert.
 
 
Für das kommende Jahr stehen noch ein paar Neuerungen auf dem Programm, - wenn die Gemeindeversammlung sich mit dem bisher Gestalteten und den Ideen zufrieden zeigen sollte:
ein Bauernhofgottesdienst im Herbst etwa, ein Gemeindefest kurz vor den Sommerferien, - aber auch Arbeiten an der Kirche: die Restauration der Tür und einiger Kirchenfenster, die dem Denkmalsschutz entsprechend wieder hergestellt werden müssen - Kosten zwischen 15.000 und 20.000 Euro sehen wir dadurch im kommenden Haushaltsjahr auf uns zukommen und hoffen auf die Unterstützung des Synodalverbandes.
 
Und ansonsten: schaun mer mal :-)
 

 


KG Marienheim