Marienheimer Posaunenchor bläst zur Versöhnung von Preußen und Bayern

Besuch bei den uckermärkischen Blasmusiktagen als Höhepunkt einer Studienfahrt

Der Marienheimer Posaunenchor spielt an der Strandpromende des Mündesees

Der Posaunenchor und das Presbyterium der Evangelisch-reformierten Gemeinde Marienheim haben zum Abschluss seines Dienstes 'die zweite Heimat' ihres Pfarrers Hartmut Dusse besucht. Presbyterin Waltraut Götz berichtet.

Nach über einem Jahr liebevoller und hervorragender Planung, begab sich der Posaunenchor und das Presbyterium unter der Reiseleitung von Peter Schulz, Pfarrer Hartmut Dusse und seiner Frau Ute auf eine Studienfahrt nach Brandenburg. Mitten im uckermärkischen Wald nahe des Amtssees waren wir untergebracht und genossen Natur pur. Nach einem Geburtstagsständchen für Bläser Walter Bauer, ging es nach Friedrichswalde, einem ehemaligen Holzschuhmacherdorf, das nach jahrhundertelangem Dornröschenschlaf in einem Museum die alte Tradition des Holzschuhmachens wieder aufleben ließ, was uns in eindrucksvoller und schnodderig-brandenburgischer Weise vom dortigen Bürgermeister demonstriert wurde.

Eine Schifffahrt auf dem Werbellinsee war ebenfalls ein Erlebnis, vor allem für den Kapitän und die Besatzung des Schiffes. Schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass ein bayrischer Posaunenchor auf Deck mit zünftigen Märschen aufwartet und das auch noch bei uckermärkischem Nieselregen. Umso begeisterter reagierte die Mannschaft.

Und weil das Blasen halt so Spaß macht, bekam auch der Wirt des Grünen Baumes, einem urigen Lokal, eine Kostprobe des Könnens unseres Posaunenchores und durfte sein Talent als Dirigent unter Beweis stellen.

Der nächste Tag führte uns nach Templin, durch die kleine, aber zauberhafte Altstadt mit seiner Stadtmauer und anschließend durften wir in einer kleinen Chocolateria zusehen, wie Schoko-ladenhohlfiguren und feinste Pralinen entstehen. Und natürlich nicht nur zusehen.

Mit seinen vielen Türmchen und Erkern mutete Schloss Boitzenburg wie aus einem Märchenbuch an und der weitläufige Schlosspark mit See verlockte nicht nur zu einem Spaziergang, sondern auch einige „Mutige“ zum „Wasserradeln“ auf dem See.

In Angermünde begann an diesem Tag das Stadtfest mit den uckermärkischen Blasmusiktagen und weil sich unser Posaunenchor hier zur Teilnahme und zum Wertungsblasen für den nächsten Tag angemeldet hatte, probierte man schon mal aus, wie Marienheimer Posaunen und Trompeten in dieser bezaubernden kleinen Stadt klingen. An der Strandpromende des Mündesees ließ man sein Können hören und erntete selbstverständlich großen Beifall.

Das Schiffshebewrk Niederfinow gehörte am nächsten Tag noch zum Programm und wir konnten in einem Schiff live erleben, wie es ist, 36 Höhenmeter des Oder-Havel-Kanals per „Aufzug“ zu überwinden.

Und dann wurde es Ernst. Eine 40-minütige Vorstellung auf einer Bühne in Angermündes Rosenstraße zeigte schon mal, dass die Bläser aus Marienheim etwas ganz Besonderes waren und mit ihren reizenden Madln und Buam als Unterstützung nicht nur optisch etwas boten. Applaus war den „Exoten“ aus Bayern sicher und nichts zu spüren von Feindschaft zwischen Preißn und Bayern. Dann ging es in fliegendem Wechsel zum Wertungsblasen in die Klosterkirche. Rauf auf die Bühne und los. Drei Stücke waren Vorschrift, drei Stücke meisterten unsere Bläser mit Bravour und dass dann noch als Zugabe der frisch einstudierte Marsch „Märkische Heide“ gefordert war, zeugte von der Begeistertung der Wertungskommission und des Publikums.
Da man nicht dem Brandenburgischen Blasmusikverband angehört, lief die Wertung außer Konkurrenz, aber das Ergebnis war trotzdem beeindruckend, denn mit der Wertung „sehr gut“, darf man durchaus zufrieden sein. Chorleiter Markus Bitterwolf strahlte vor Stolz, als er später auf der Bühne die Urkunde und einen Blumenstrauß entgegennehmen konnte.

Viel zu schnell gingen die drei Tage in der Uckermark vorüber, die auch landschaftlich einiges zu bieten hat. Nein, nichts Spektakuläres, aber wunderbare Natur, Wälder, Seen, Felder, auf denen noch Mohn und Kornblumen blühen, kleine Straßendörfer mit niedrigen Fachwerkhäusern an der Straße und freundliche, nette Menschen.

Den Kontrast dazu bildete bei unserer Heimreise noch ein kurzer Abstecher nach Berlin, aber, bedingt durch ein Radrennen durch die Stadt, konnte unser Bus nicht annähernd in die Nähe des Brandenburger Tores gelangen. Also trösteten wir uns eben mit ein wenig Berliner Luft in der Nähe der Gedächtniskirche, des Kurfürstendamms und des Berliner Zoos.

Ein herzliches Dankeschön geht an Peter Schulz und Familie Dusse, die zum .Gelingen dieser schönen Tage, der Verständigung und wahrsten Sinne des Wortes, zur Harmonie beigetragen hatten,


Waltraut Götz